Sonntag, 10. November 2019

Wunderbar schlabbriger Rührtofu [vegan]

Tjaha was darf bei nem leckeren Brunch auf keinen Fall fehlen? Genau, richtig leckerer, herzhafter Rührtofu! Inzwischen hab ich schon einige probiert, mit zerhäckselten Champignons, aus Tofubröseln, mit Kichererbsenmantsch, Tomatenstücken oder einem kräftigen Schuss Sojasahne gepimpt und was sonst noch. Aber mein persönlicher Favorit ist dieser Rührtofu hier mit Räuchertofu und Seidentofu. Er wird wunderbar schlabbrig, hat eine schön herzhafte Komponente durch den Räuchertofu und schmeckt dank Kala Namak angenehm nach Rührei. 


Rührtofu  
(3 - 4 Portionen)

200 g Räuchertofu (ich nehm den von Taifun)
1 kleine bis mittelgroße Zwiebel
400 g Seidentofu (z.B. von Taifun^^)
Kurkuma, Paprika, Pfeffer
Kala Namak (geschwefeltes Salz)
Schnittlauch

Räuchertofu mit einer Gabel oder den Händen zerbröseln, Zwiebel klein würfeln, Seidentofu grob mit einer Gabel zerpflücken.
Zwiebeln mit Räuchertofu in etwas Öl anbraten bis die Zwiebeln weich sind und der Tofu etwas angebräunt. Mit 1/2 TL Kurkuma, 1/2 TL Paprika und frisch gemahlenem Pfeffer würzen.
Seidentofu zugeben und unter vorsichtigem Wenden ein paar Minuten braten bis die Konsistenz rühreimäßig ist und nicht mehr zu flüssig.
1/2 TL Kala Namak und Schnittlauchröllchen unterrühren und nochmal abschmecken.


Tipps:
- Das Kala Namak erst zum Schluss unterrühren da es bei Hitzeeinwirkung viel des Ei-Geschmacks verliert.
- Zusätzliches Salz ist normal nicht nötig da das Kala Namak als Salz reicht. 
- Man kann natürlich auch noch ein paar Tomatenstücke oder anderes Gemüse mitbraten. Mir ist der Rührtofu aber so pur am liebsten :)
- Ich nehme iiimmer den Taifuntofu. Gerade der Räuchertofu ist schön weich und lässt sich gut zerbröseln und der Seidentofu schmeckt total mild, so dass der Rührtofu schön eiig wird und keinen komischen Nebengeschmack nach Soja hat.
- Für den letzten Schliff geb ich noch ein klein bisschen Zwiebelpulver und Liebstöckel dazu.

Sonntag, 29. September 2019

Khao Pad - Thailändischer gebratener Reis

Beinahe hätte ich ja schon aufgegeben mal wieder so guten gebratenen Reis wie im Thailand-Urlaub zu futtern. 'Khao Pad' genauer gesagt, so stand das Gericht immer auf der Karte. So viele Versuche hatte ich bereits gestartet und auch echt leckeren Bratreis zusammengebracht (und auch nicht so Leckeren, brr), aber es schmeckte irgendwie nie so wie damals. So langsam dachte ich mir es ist eben unmöglich weil das ganze Drumherum fehlt: Die süßen Geckos an den Wänden, der feine Sand zwischen den Zehen, Meeresrauschen im Hintergrund und um die beste Wohnmuschel kämpfende Mini-Einsiedlerkrebse unterm Tisch.


Nachdem ich aber im Bioladen eine vegane Fischsauce gefunden hatte, die erstaunlich lecker roch, hab ich mich nochmal an die Mission 'Gebratener Reis' gewagt. Und es wurde so unfassbar lecker, ich hab regelrecht die Schüssel ausgeschlabbert. Genau das richtige Verhältnis von salzig, süß und würzig, dazu knackiges Gemüse, leicht knusprig gebratener Reis und ein paar Tofuwürfel. Der Clou ist aber eindeutig die vegane Fischsauce, irgendwie so umami-mäßig, superlecker! Los, los, No-Fish-Sauce besorgen und das Khao Pad nachköcheln. Es geht wie so viele thailändische Gerichte superfix und schmeckt immer genial.


Khao Pad - thailändischer gebratener Reis
(2 bis 3 Portionen)

400 g gekochter Reis vom Vortag, z.B. Jasminreis*
4 Frühlingszwiebeln
2 Knoblauchzehen
2 Karotten
1 Tomate
1/2 Dose Erbsen (2 - 3 EL)
2 Eier
1/2 Packung frittierte Tofuwürfel, TK (optional)
4 EL Sojasauce, helle
2 - 3 EL No-Fish-Sauce (z.B. von Arche, Bioladen)
2 TL Zucker
2 EL Pflanzen-Öl, neutrales

Die Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden, dabei vom geschnittenen Grün ein bisschen für die Deko zur Seite nehmen. Knoblauch fein hacken, Karotten in 3 - 4 cm lange Stifte schneiden, Tomate kleine würfeln, Erbsen abgießen, Reis auflockern falls er im Kühlschrank zu einem großen Klumpen geworden ist^^. Sojasauce, No-Fish-Sauce und Zucker verrühren.
Etwas Öl in einem Wok erhitzen. Knoblauch und Frühlingszwiebeln hineingeben und unter Rühren so lange braten bis der Knoblauch leicht glasig wird. Tofuwürfel zugeben und 1 min weiterrühren. Dann alles möglichst an den Rand schieben. Eier hinzugeben und kräftig hin und herrühren bis sich kleine Flocken bilden (dabei aufpassen, dass sich nicht all zu viel vom Gemüse untermischt). Reis dazugeben und gut durchrühren. Karotten dazugeben und so lange braten bis der Reis ein bisschen angeröstet ist. Erbsen untermischen und die angerührte Sauce darauf verteilen, kurz umrühren. Tomaten unterheben und nochmal kurz braten lassen. Mit Frühlingszwiebelgrün garniert servieren und am besten noch Prik Nam Pla Sauce dazu reichen.


Ich lege euch auch wärmstens ans Herz die Prik Nam Pla Sauce dazu zu machen. Sie geht supereinfach und gibt dem gebratenen Reis noch den letzten Kick, absolutes Urlaubsfeeling! Dazu mischt ihr einfach 2 EL No-Fish-Sauce mit dem Saft einer halben Limette, 1/2 TL Zucker, 1 gehackten Knoblauchzehe und frischer roter Chili.

*Am Besten ist wirklich Reis vom Vortag, da noch warmer, frisch gekochter Reis sich nicht gut anbraten lässt und gern zu Matsch wird. Für 400 g gekochten Reis braucht ihr ca. 1 Tasse, also um die 180 g rohen Reis. Ich nehme für asiatische Reisgerichte immer Basmati oder Jasminreis.

Samstag, 24. August 2019

Vegane Spaghetti Carbonara mit Räuchertofu und Cashewcreme

Gibt ja Leute die futtern Räuchertofu einfach roh auf Brot oder so, brr, da gruselts mich ja schon ein bissl. Aber in Würfeln angebraten und vielleicht auch noch mit nem Schüsschen Sojasauce abgelöscht bin ich sofort dabei.
Besonders lecker sind diese sojasoßifizierten Bruzel-Räuchertofu-Würfelchen in extra cremiger Carbonara-Sauce. So mach ich inzwischen seit Jahren vegane Carbonara und es wird echt mal Zeit das Rezept hier festzuhalten ;) Cremig, ja man könnte sagen schlozig, bisschen käsig und mit den herzhaften Tofuwürfeln eine schöne Pastasauce in die sich die Spaghetti gerne einschmiegen. Das macht richtig Spaß da eine ordentliche Gabel voll aufzurollen. Und ein paar Kullererbsen verstecken sich auch noch dazwischen, juhu. 


Vegane Spaghetti Carbonara  
(2 bis 3 Portionen)

300 g Spaghetti
150 g Räuchertofu
1 Schuss Sojasauce
1 Zwiebel
3 EL Erbsen
350 ml Pflanzensahne (Soja, Hafer, etc)
Kräutersalz, Pfeffer, Knoblauch, Muskat, Oregano, Kala Namak (geschwefeltes Salz)
3 EL Würzhefeflocken (für den Keesegeschmack)
1-2 EL Cashewmus

Räuchertofu würfeln (ca. so groß wie Speckwürfel), Zwiebel fein würfeln.
Spaghetti al dente kochen.
Tofuwürfel in etwas Öl anbraten. Wenn der Tofu schön angebräunt ist, mit einem Schuss Sojasauce ablöschen und durchschwenken.
Zwiebeln zugeben und bei mittlerer Hitze dünsten, bis die Zwiebelstücke glasig und leicht angebräunt sind. Erbsen zugeben.
Mit Pflanzensahne ablöschen, Cashewmus einrühren, 1 TL Oregano, 1/4 TL Muskat, 1 Prise Kala Namak, 2 EL Hefeflocken zugeben, mit etwas Knoblauch, Kräutersalz und Pfeffer abschmecken.
Die Nudeln abgießen, dabei etwas Nudelwasser auffangen, Nudeln zurück in den Topf geben.
Sauce zu den Nudeln geben und so viel Nudelwasser zugeben, dass es cremig wird. Nochmal mit Salz und Hefeflocken abschmecken.


Falls ihr wie hier auf dem Foto ein bisschen Zucchini unter die Spaghetti Carbonara mogeln wollt einfach ein, zwei schmale Zucchini mit dem Spiralschneider zu dünnen Streifen verarbeiten und zum Schluss noch drei Minuten in der Carbonara-Sauce mitköcheln lassen. Ich nehme dann auch 50 bis 100 g weniger Spaghetti.

Donnerstag, 27. Juni 2019

Erdbeerkuchen mit Bonus-Mürbteigboden [vegan]

Man muss sich ja schon ein klein bisschen zusammenreißen wenn man den veganen Erdbeerkuchen anschneidet und beim Erblicken des fluffigen Innenlebens gefragt wird: 'Hast du die Eier getrennt für den Biskuit?' - meine Antwort nur ein süffisantes 'Nein'. Haha und wie so zum Diskutieren angefangen wurde, dass man sichs eben sparen kann mit dem Eier trennen und trotzdem ein super Biskuit rauskommt, musste ich doch mal das Geheimnis lüften. Sind ja gar keine Eier drin hier, gnihi. Jep und der Erdbeerkuchen mit fluffigem Obstkuchenboden (also wie ein Biskuit nur ein kleines bisschen reichhaltiger) und extra Mürbteigboden kam auch in der Geschmacksprobe sehr gut weg, so dass ich dann doch das Rezept verraten musste. Ich freue mich auf Nachahmungstäter! Der fluffige Boden ist übrigens inzwischen mein Standardrezept für alle Obstkuchenvarianten und wurde schon mit verschiedenen Mehlen, Pflanzendrinks und mit Sprudel und Limo ausprobiert, schmeckt immer super.


Veganer Erdbeerkuchen      
(28cm-'Tortenform')

Obstkuchenboden:
225 g Mehl (Weizen Typ 550 oder Dinkel Typ 630)
1 Pck Backpulver
100 g Zucker
1 EL Vanillezucker
100 ml Pflanzenöl, neutrales
100 ml Sojamilch (oder Haferdrink, oder anderer Pflanzendrink)
100 ml Zitronenlimo (oder Sprudelwasser + etwas geriebene Zitronenschale)

Eine 28cm-Obstkuchenboden- oder Tortenform mit Pflanzenmargarine einfetten. Backofen auf 180°C (Ober-/Unterhitze) vorheizen.
Mehl und Backpulver mischen.
In einer Rührschüssel Zucker, Vanillezucker, Öl und Sojamilch so lange vermixen, bis sich die Zuckerkristalle gelöst haben.
Mehlmischung und Limo hinzufügen und zügig mit einem Schneebesen klumpenfrei verrühren, gerade so lange, dass sich keine größeren Klümpchen mehr drin finden.
In die vorbereitete Form füllen, glatt streichen und bei 180°C auf zweiter Schiene von unten ca. 20 min backen.
Aus dem Ofen holen, 10 min abkühlen lassen, dann aus der Form stürzen und komplett auskühlen lassen.

Erdbeerhaube:
400 g Erdbeeren
San Apart (oder Sahnesteif, Maisstärke,...)
1 Pck Tortenguss
2 EL Zucker
Optional: vegane rote Lebensmittelfarbe

Die Erdbeeren waschen, trocken tupfen und in ca 1/2 cm dicke Scheiben schneiden.
Den Obstkuchenboden mit San Apart bestreuen (das bindet den Erdbeersaft und verhindert dass der Boden anmatscht), überlappend mit den Erdbeeren belegen (ich mache Ringe von außen nach innen).
Den Tortenguss nach Anleitung herstellen, evtl mit Lebensmittelfarbe anfärben und über den Erdbeeren verteilen.


Wie ihr auf den Fotos seht hab ich noch einen Mürbteigboden gemacht (150 g Mehl, 100 g Alsan, 50 g Zucker, 1 EL Vanillezucker, 1/2 TL Backpulver, ca. 12 min backen bei 180°C) und mit 3 EL Erdbeermarmelade den Obstkuchenboden drauf geklebt. Lecker lecker.

(Die Böden auf den Fotos sind mit Dinkelmehl Typ 630, Haferdrink und Sprudel mit Zitronenschale von ca. 1/4 Zitrone gebacken)

Montag, 17. Juni 2019

Beeester Hefezopf [vegan]

Was sich da für ein Duft in der ganzen Bude verbreitet, aaah, himmlisch! Schön zitronig, ein bisschen Vanille mit dabei und vor allem, dieser herrliche Hefegebäckduft. Schon beim Kneten des Teigs war ich hin und weg, so schön geschmeidig und fluffig. Es war also von vorherein klar, dieser vegane Hefezopf wird der Haaammer (stellt euch das Haaammer eine Oktave höher gesummt vor, hihi). Das Rezept ist aus Jérôme Eckmeiers Sammlung und nach den Pinzen-Brötchen hab ich natürlich auch in seinen Sonntags-Hefezopf große Erwartungen gesetzt. Wir wurden nicht enttäuscht! Ich habe allerdings besonders beim Verarbeiten des Teigs mich an meine persönlichen Erfahrungen mit Hefeteig und ein Youtube-Video eines sehr sympathischen, schwäbischen Bäckermeisters gehalten. Das Ergebnis war sowas von guuut, schön fluffig, saftig, leicht zitronig, echt der perfeeekte Hefezopf! Man braucht keine Eier oder Kuhmilch für superleckere Hefefluffigkeit. ht keine Eier oder Kuhmilch für superleckere Hefefluffigkeit.


Veganer Hefezopf      
(nach einem Rezept aus Jérôme Eckmeiers 'vegan tut gut schmeckt gut')

1 Würfel frische Hefe
300 ml Sojamilch, lauwarm (+ 50 ml zum Bestreichen)
4 EL Zucker
1 EL Vanillezucker
500 g Mehl (Weizen, Typ 550)
Schale von 1 Zitrone, fein gerieben
1 TL Salz
60 g Margarine, weich
2 - 3 EL Hagelzucker

Hefe in die lauwarme Sojamilch bröckeln, Zucker und Vanillezucker zugeben und so lange rühren bis sich die Kristalle gelöst haben.
Mehl in eine große Rührschüssel geben, eine Mulde hineindrücken und die Hefemilch hineingießen. Mit etwas Mehl vom Rand bestäuben und abgedeckt an einem warmen Ort gehen lassen bis sich Bläschen bilden und die Flüssigkeit deutlich an Volumen zugenommen hat (ca. 15 min).
Zitronenschale, Salz und weiche Margarine zugeben und zu einem glatten Teig kneten, der sich gut vom Schüsselrand löst (mir hilft dabei die Küchenmaschine^^).
Den Teig nun abgedeckt an einem warmen Ort ca. eine Stunde gehen lassen, bis sich das Volumen des Teigs gut verdoppelt hat.
Auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche den Teig nochmal ordentlich durchkneten und in drei gleich große Stücke teilen. Jedes dieser Stücke jeweils mit der flachen Hand etwas platt drücken, mit beiden Händen einmal von oben nach unten übereinander falten, nochmal von unten nach oben übereinander falten und mit beiden Händen leicht rollen dass ein dicker Strang entsteht. Die drei Stränge für 5 bis 10 min abgedeckt entspannen lassen.
Nun die drei Stränge mit den Händen zu gleich langen Strängen ausrollen. Nebeneinander legen und in der Mitte beginnend einen Zopf flechten, dann den halb fertigen Zopf einmal umdrehen und die zweite Hälfte flechten. Die Enden gut zusammendrücken.
Auf ein Backblech setzen und abgedeckt nochmal 20 - 30 min gehen lassen, bis sich das Volumen auf das 1,5-fache vergrößert hat.
Mit Sojamilch bepinseln (ich mach immer noch ein bisschen Kurkuma für die Farbe mit in die Milch) und mit Hagelzucker bestreuen.
Bei 190°C (Ober/-Unterhitze) 25 - 30 min backen, bis der Zopf richtig schön gebräunt ist. Aus dem Ofen nehmen, Zopf vom Blech ziehen und auskühlen lassen.
Am besten schmeckt der Hefezopf noch leicht warm, nomnomnom.


Schaut euch am besten mal auf YouTube ein paar Videos zum Hefezopf Flechten an. Es gibt so viele Flechttechniken, mit zwei, drei, vier oder mehr Strängen, und es ist so viel einfacher es nachzumachen wenn man es sieht als wenn ich versuche es hier mit Worten zu beschreiben.


Ich bin ein kleiner Hefeteigfan geworden obwohl ich anfangs echt auf Kriegsfuß mit der Hefe stand. Wenn man den Dreh aber mal raus hat ist es sooo schön und lecker. Ein richtig tolles Hefeteigrezept ist auch der Rheinische Riemchenkuchen. Probiert den unbedingt mal aus, der absolute Schlemmerwahnsinn.

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