Sonntag, 21. Juli 2013

Wie jetz? Duplo, Milchschnitte, i kimm nimma mit!

Eine der abartigsten Torten, die sich bis jetzt in meinem Repertoire befinden ist die Duplotorte. Abartig weil sie echt ein bisschen arg süß ist, komplett wie Milchschnitte schmeckt aber mit Duplostückchen gefüllt ist. Der Name ist also leicht irreführend, aber es sind nun mal keine Milchschnittenstückchen drin, sondern Duplos, dann heißt die auch so:P Ja, und wer Milchschnitte mag, wird süchtig nach dieser Torte werden, weil sie echt verdammt lecker ist.

Schnell noch ein Foto von der Duplotorte über Muttis Schulter geblitzt. Davor ist noch ein Stückle Prinzregentenschnitte von der Brautmutter, sehr geil.

Das letzte mal hab ich das Törtchen für die Hochzeit meines Bruders gebacken. Eigentlich wollte er von Familie und Co. nur ein paar Kuchen und Torten zur Ergänzung fürs bestellte Tortenbuffet haben, aber ungeahnterweise hat er einen kleinen Backkrieg unter den Muttis ausgelöst. Ich hab wie versprochen eine Torte und einen Kuchen gebastelt, aber meine Mama hat, nachdem sie erfahren hat was die Brautmutti backt, drei Tortenmonster und einen Kuchen gebacken... Ich kam nach Hause, wollte Tortenfüllung und Kuchenbelag zusammenrühren, hab aber keine Kuchenhaube oder einen Tortenring gefunden und beim Blick in den Ersatzkühlschrank sind mir fast die Augen rausgefallen:  eine Windbeuteltorte, die gerade so in die höchste Tortenhaube gepasst hat, After-Eight-Torte verziert mit After-Eight-Stäbchen und -Blättchen und mit Schokoraspeln ummantelt und Eierlikörtorte. Der ganz normale Wahnsinn wenns ums Essen geht, da kann es schon mal vorkommen, dass ein Kuchen nochmal gebacken wird, weil er nicht perfekt genug für den Besuch war und die Angst jemand könnte nicht genug zu Essen bekommen ist sowieso immer da und wird mit überdimensionierten Vorräten gemindert;)

Das Kuchenbuffet bei der Hochzeit. Es waren ca. 20 verschiedene Torten und Kuchen und dazu noch die dreistöckige Hochzeitstorte aus drei verschiedenen Tortensorten - ooomnomnom!


Duplotorte   

5 Eier, getrennt
150g Zucker
Schale einer Orange, gerieben
125g Dinkelmehl
40g Kakao
1 Prise Salz

Den Boden einer Springform (28cm) mit Backpapier auslegen, Rand nicht einfetten! Backofen auf 150ºC (Umluft) vorheizen.
Eiweiß mit der Hälfte des Zuckers und einer Prise Salz steif schlagen.
Eigelb mit 3 EL heißem Wasser vermengen, restlichen Zucker und Orangenschale zufügen und zu einer dicken Creme schlagen.
Eischnee auf die Creme geben, Mehl und Kakao einsieben und zügig unterheben.
In die vorbereitete Springform füllen, glatt streichen und für ca. 20 min bei 150ºC backen.

15 Duplostangen
2 Pck QimiQ Vanille
50g Puderzucker
600ml Schlagsahne
3 Pck Sahnesteif

Duplos in kleine Stücke schneiden, 17 Endstücke zum Verzieren zur Seite legen.
QimiQ mit Puderzucker glatt rühren.
Sahne mit Sahnesteif steif schlagen und unter die QimiQ-Masse heben.
Unter eine Hälfte der Creme die Duplostückchen mischen.

Abgekühlten Tortenboden einmal durchschneiden. Untere Hälfte in einen Tortenring setzen, mit der Duplocreme bestreichen, andere Bodenhälfte daraufsetzen, die restliche Creme daraufgeben und glatt streichen. Für mind. 4h in den Kühlschrank stellen.

200ml Schlagsahne
1 Pck Vanillezucker
1 Pck Sahnesteif

Tortenring abnehmen, Sahne mit Vanillezucker und Sahnesteif steif schlagen.
Torte mit Sahnetupfen verzieren, zurückgehaltene Duplostücke daraufsetzen und mit restlicher Sahne den Tortenrand bestreichen.

So schaut die Duplotorte dann nach ihrer Vollendung aus:)

Mittwoch, 17. Juli 2013

Uuh, da san ja no a boa Holablai

Soo, also Versuch Nr.X Holunderblütensirup herzustellen... weil diese doofen Pflänzchen aber auch immer nur so kurz blühen. Aber dieses Jahr hab ichs geschafft. Unterm Kirschbaum haben genug Blüten überlebt, während in der Sonne alle restlichen schon verblüht waren, yayhey. Das Originalrezept von meinem ersten erfolgreichen Holunderblütensirup hab ich verschmissen, aber mit Julianes Rezept glaube ich es wieder gefunden zu haben. Das Ergebnis schmeckt auf jeden Fall genauso gut, vielen Dank Juliane:)

Endlich wieder selbst gemachter Holunderblütensirup! 


Holunderblütensirup   

25 Holunderblütendolden
1,4kg Zucker
1,6l Wasser
25g Zitronensäure
etwas Zitronensaft

Zucker in Wasser einrühren, aufkochen und ca. 10 min köcheln lassen. Die Holunderblütendolden vorsichtig von kleinen Tierchen und Co. befreien (nicht abwaschen, da man sonst den aromatischen Blütenstaub wegschmemmt).
Wenn das Zuckerwasser abgekühlt ist die Blüten, die Zitronensäure und einen kräftigen Schuss Zitronensaft hineingeben und ca. 4 Tage ziehen lassen.
Abschließend die Blüten herausfischen und den Sirup durch ein Küchentuch filtern. Erneut aufkochen und in sterilisierte Fläschchen abfüllen. Ergibt ca. 2l Sirup.

Beim Verstauen im Keller hab ich tatsächlich noch zwei alte Fläschchen Holunderblütensirup von 2009 gefunden. So lange versuche ich also schon die Holunderblütenernte nicht zu verpassen, uiui.

Montag, 15. Juli 2013

Ebbs z'Essn... in Berlin

Letzte Woche waren wir ein paar Tage in Berlin und das heißt gaaanz viele neue Futtererlebnisse:) Am Montag war unser erster Kandidat ein Restaurant/Cafe/Cocktailbar-Dings, das Cafe 100 Wasser. Unser Hunger war groß und deswegen hat uns weder die unfassbar umfangreiche Karte, noch die bedenklich niedrigen Preise oder die undefinierbare Lokalbezeichnung abgeschreckt. Also suchten wir uns draußen einen Platz, kämpften uns auf der Karte durch Pizzas und Nudelgerichte, Burritos und Fajitas, asiatische Leckereien, Schnitzel und und und. Ich entschied mich für einen Burrito mit Käse, Hühnchen und Reis gefüllt, H. für ein asiatisches Hühnchengericht mit Kokosmilch und Gemüse. Und oh yeah, es war sowas von lecker. H.s Hühni hat total interessant geschmeckt, sehr stimmig und irgendwie besonders, echt ein Volltreffer. Mein Burrito hat besonders durch Menge geglänzt, ich habs einfach nicht geschafft, sooo viel Käse. Die Variante mit Reis in der Füllung kannte ich noch gar nicht, war aber sehr gut.


Jaa, also oben ist der Burrito, irgendwo unter dem Käseberg... puh war das käsig, sooo käsig! Unten ist H.s Hühniteil, das war so cool. Wenigstens hab ich H.s Orangenspalten abgestaubt:)

Abends erkundeten wir noch die Gegend um unser Hotel und holten uns dann noch einen Burger und Pommes im Kreuzburger. Es war schon ziemlich spät, also hab ich einen vegetarischen Vitalburger bestellt, H. begnügte sich mit Pommes. Mir hats zwar geschmeckt, aber das Gemüseteil auf meinem Brötchen war ein Fertigteil und innen noch eiskalt.

Veggieburger im Kreuzburger. Schon lecker, aber innen warm wär ganz nett gewesen;) Im Hintergrund schaut noch das Tegernseher Helle ins Bild, das war H.s Hauptattraktion beim Abendfresschen.


Am Dienstag war nach Zoobesuch und kleinem nicht erwähnenswertem Imbiss im Zoo ein gscheides Abendessen gewünscht. Dabei ist uns ein Vietnamese ins Auge gefallen, der sehr original kochen soll, das Via He Hai. Ich hab mir ein Hühnchengericht mit Ingwer, Chili und Zitronengras bestellt, allerdings aus Neugier mit vegetarischem Fleisch. H. nahm irgendwas mit gebratenem Klebreis, Schweinefleisch, Ei und Gemüse. Was wir dann serviert bekommen haben entsprach echt so gar nicht unseren Erwartungen. H. hatte einen Bazen Reis mit Gemüse auf dem Teller und darauf eine Rühreischeibe mit reingematschtem Hackfleisch, hmm. War nicht so gut, aber essbar. Meins war einfach nur bäh. Schmeckte nur nach Sojasauce und das vegetarische Fleisch waren einfach nur Sojascheibchen in noch mehr Sojasauce getränkt. Ich konnts einfach nicht aufessen, trotz ordentlichem Hunger.


Unser brutal vietnamesisches Essen. Oben H.s Omelettscheibchen mit Reisklotz und diversem Gemüse, darunter mein mit Sojasauce getötetes Gemüse mit Sojafetzen und neutralisierendem Reis. War leider nicht unser Fall.

Dafür haben wir uns dann noch woanders eine Nachspeise gesucht. In einem schnuckligen Cafe in Friedrichshain sind wir fündig geworden. H. brauchte Crepes mit etwas Erdbeerigem, aber keine Creperie hatte das im Angebot, bis wir in der Chüechliwirtschaft auf Nachfrage lecker Crepes mit Erdbeermarmelade bekommen haben. Überhaupt war es dort sehr nett, ein Cafe zum wie daheim fühlen. Die Kuchen und Törtchen waren unter verschiedenen Kuchenhauben auf einem Tischchen präsentiert, die Sitzgelegenheiten zusammengewürfelt und der Koch wie die Bedienung waren irgendwie total sympatisch.

Erbeer-Crepes in der Chüechliwirtschaft, die uns der supersympatische Koch mal schnell aus dem Ärmel gezaubert hat:)


Am nächsten Tag sind wir mittags kurz in einem Cafe am Prenzlauer Berg sitzen geblieben um eine Kleinigkeit reinzufuttern. H. bekam lecker Gulaschsüppchen und ich Kartoffelsalat mit Wienerwürschtl. Wir waren ein bisschen verwirrt, dass die Bedienung nur die Karte brachte, wir aber zum Bestellen an die Theke mussten. Das Essen brachte sie dann aber an unseren Tisch und zum Zahlen durften wir wieder zur Kasse gehn.


H. Gulaschsuppe und mein Kartoffelsalat mit Würschtl. Hehe, man sieht gar nicht, dass ich schon von der anderen Seite zum Futtern angefangen hab, bevor ich ans Foto gedacht hab...

Nachmittags sind wir dann in einem großen Cafe, der Anna Blume, hängen geblieben. Dort gabs Torten direkt aus der Torten-Manufaktur nebenan. Am liebsten hätt ich gleich fünf oder so gefuttert, weil die echt so hübsch und leehecker ausgeschaut haben. Ich hab dann eine Marzipancreme-Torte genommen und H. die Schoko-Praline. Waren beide echt saugut und absolut tödlich, besonders die Marzipancreme hat voll reingehauen. Allein die monströse Marzipankartoffel war schon bisserl krass. Meine Torte war dazu noch soo hübsch. Mit goldenen Schnörkelverzierungen und winzigen Blüten drauf, voll tuffig.


Noooomnoom Torten im Cafe Anna Blume. Die Marzipancreme war ganz schön heftig, aber auch die Schoko-Praline war eine Herausforderung. Aber sooo lecker!

Eigentlich hatten wir abends dann echt nicht mehr so großen Hunger, weil die Torten irgendwie noch den Magen zuklebten. Aber als wir dann mit meiner Schwägerin unterwegs waren und wir von meinem Bruder per Telefon/Internet-Navigation ins GlüXgefühl gelotst wurden kam wieder ein bisschen Appetit auf. Der Italiener war auch alles andere als gewöhnlich. In der Karte standen ausnahmslos abgefahrene Pastagerichte, es gab nur fünf oder sechs Tische im Restaurant selbst und die Küche war offen gestaltet, dass man zusehen konnte wie sein Gericht zusammengebruzelt wird. Ich hab natürlich die Pasta Hawaii genommen, H. die scharfen Nudeln und meine Schwägerin die Tagliatelle mit Speckpflaumen in Rotweinsauce. Wir waren alle drei sehr begeistert von unseren Fresschen und jeder fand sein eigenes am besten, so gehört sich das:) Ui, und es war supergünstig, meine Hawaiinudeln z.B. haben nur lächerliche 5,90 gekostet, das war echt der Hammer.



Supercoole Nudelns im GlüXgefühl. Ganz oben meine Pasta Hawaii mit Pute, Paprika, Zwiebeln, Curry uuuund natürlich Ananas, dann kommt H.s scharfe Bolognesevariante und unten M.s Tagliatelle in Tomaten-Rotwein-Sauce mit Speckpfläumchen. Die waren supertuffig rosa:) Tja, meine waren natürlichen am leckersten, hehe.


Oida, ich bin erst bei Donnerstag... Ja, also da war wieder Tiergarten angesagt und danach hab ich mir schnell eine Falafel geholt. Richtig lecker gefuttert haben wir dafür abends im Sadhu, einem Pakistanen. Die Karte ähnelte extrem der beim Inder und deswegen gabs für mich auch nur eine Entscheidungsmöglichkeit. Natürlich Chicken Mango! H. war experimentierfreudiger und nahm Chicken Jhalfreezi, also Hühnerfilet mit Gemüse, Ingwer, Knoblauch und Paprika in einer sauscharfen Sauce. Beides war echt suuuperlecker, neben dem GlüXgefühl das Beste was wir die Woche in Berlin gemampft haben.


Juhu, schaut mal wieder bisserl daneben aus, aber es war soo gut! Mein Mangohühni war genau richtig, schön fruchtig aber nicht zu süß und H.s Jhafreezizeug war auch sehr lecker, wobeis mir zu scharf gewesen wär. Ui und das Fleisch war soo weich, dass hätte man mit dem Löffel zerstochern können.


Und schon geht die Reise zu Ende. Am Freitag Nachmittag ging unser Zug heimwärts, und wie wir so am frühen Nachmittag noch durch die Gegend gestreift sind, ist uns ein Lokal mit Kaiserschmarrn auf der Karte über den Weg gelaufen. Dieser schicksalshaften Fügung haben wir uns schließlich gebeugt und uns ein Plätzchen in der gut besetzten Schwarzwaldstuben gesucht. Nach Spätzle mit Soss folgte der heiß ersehnte Kaiserschmarrn mit abartig gutem Erdbeersorbet und Vanille-Mascarpone-Creme. Also so richtig original wars nicht, weil die Soße zu den Spätzle nicht so supergut passte und der Kaiserschmarrn eher ein dickerer Pfannkuchen war, aber mit der Vanillecreme und dem Erdbeersorbet war das einfach so gut, dass mir das pupsegal ist, obs jetzt ein Kaiserschmarrn oder ein Pfannafleckl war.


Joa, zum satt werden gabs erstmal Spätzle mit Soss, unspektakulär aber mei. Eigentlich gings ja um den Kaiserschmarrn. Und der war besonders durch die leckeren Gesellen Erdbeersorbet und Vanillecreme verdammt lecker!


Außerdem hab ich nach über zehn Jahren mal wieder einen Waldmeisterslushy gezuzelt. Das weckt Kindheitserinnerungen... wie man die Mutti anbettelt aber keinen bekommt, weil das nur Chemie ist und saukalt und böser Löcher-in-die-Zähne-fressender Zucker und bla. He und warum hat mich der Videoverleihfutzi so angegrinst? Wenn er in seiner Videothek Slushies verkauft, muss er damit rechnen, dass ein großes Mädchen mit lila Brille kommt und nur einen grünen Aroma-Farbstoff-Zuckereismatsch will und sonst nichts, oder?



Und das wars dann auch schon, keine original Berliner Currywurscht, kein Döner von einer Bude bei der man 30 min anstehen muss weils der beste Döner auf der ganzen Welt sein soll, sondern Kaiserschmarrn, Chicken Mango, Pasta Hawaii und vegetarischer Burger vom Burgerkettenfutzi. So schauts aus!

Mittwoch, 3. Juli 2013

Zermanschte Erdbeern? Mach ma an Schnaaaps draus!

Tjojo, so langsam geht die Erdbeerzeit zu Ende, deswegen gibts inzwischen die empfindlichen Beerchen relativ günstig zu kaufen. Natürlich hab ich zugeschlagen und ein paar vollgas zermanschte Teile ergattert. Für Erdbeerkuchen zu hässlich, für Erdbeermamalad zu wenig, also wurden sie zu Erdbeerlimes verarbeitet. Herausgekommen ist ein wirklich leckeres Likörchen, obwohl ich wegen fehlender Zutaten rumimprovisieren musste.

Nomnom Erdbeerlimes im supercoolen Erlenmeyerkolben :D Eines meiner liebsten Küchenutensilien wehee!

Erdbeerlimes   

400g Fruchtzucker
270ml Wasser
1kg Erdbeeren
100ml Erdbeersirup
50ml Limettensirup
600ml Wodka

Wasser erhitzen und den Zucker darin auflösen, abkühlen lassen.
Erdbeeren mit Erdbeer- und Limettensirup pürieren, Zuckerwasser und Wodka dazugeben und nochmal gut durchmixen.
In Flaschen abfüllen und am besten gut gekühlt genießen:)


Am Abend wurde dann mal wieder die Küche ordentlich verwüstet. Mariniertes Gemüse und die Notfall-Kartoffelwedgies ausm Gefrierfach landeten im Backofen, dazu gabs lecker Bulgur mit tausend Gewürzen (jaha, man sollte unbedingt aaalle Nelken wieder rausfischen, wenn man auf eine Zurückgebliebene draufbeisst ist das doch ziemlich greislich...), Gurkensalat aus superguter Biogurke (aus Muttis Gewächshaus entführt) und ein selbstgemachtes Zaziki. Das hab ich diesmal aus griechischem Joghurt statt normalem Joghurt + Quark gemacht, voll lecker:)

Irgendwie muss ich an Haufen denken. Ja, es gab Haufen mit Pampe... Schaut zwar baazig aus, schmeckt aber lecker und außerdem ist Essen, für das man nur eine Gabel zum reinschaufeln braucht, voll geil:)

Dienstag, 2. Juli 2013

Bolonees ohne Fleisch, des muas doch amoi hihaun!

Auf der schon ewig währenden Suche nach einer genießbaren fleischlosen Alternative zur gewöhnlichen Bolognese-Sauce hab ich mal wieder einen Versuch gewagt. Nachdem alle Sojaschnetzelversuche ziemlich, äham, bescheiden ausgefallen sind und die Grünkernvariante mich auf den nächsten Baum flüchten lässt, sollte es diesmal eine Tofu-Bolognese werden. Das Rezept hab ich aus Attila Hildmanns Vegan for Fun und auf Anraten der Freundin, von der ich mir das Büchlein geliehen hab, wurde die Rotweinmenge halbiert. Insgesamt sind schon ein paar nette Rezepte drin und sehr nah an fleischfresserähnlichem Futter angelehnt. Die Seitan-Rezepte würd ich aber nur mit selbst gemachtem Seitan nachkochen, der gekaufte schmeckt nämlich immer viel zu sehr nach Soja-Sauce, bäh. Sehr lecker und beim ersten mal probieren nicht als vegan entlarvt, ist daraus die Carbonara-Sauce. Ich hab schon sehr blöd geschaut, wie ich von der Veganerin diese Spaghetti Carbonara vorgesetzt bekommen hab und mir dachte, ob sie jetzt echt für mich da Schinken reingeschnibbelt hat...
Ups, ja ich hab den Faden verloren, Squirrel! Also die Tofu-Bolognese war wirklich lecker, vom Geschmack her sehr bolognesig, auch die Konsistenz war sehr ähnlich, aber die großen Bazen, die in der echten Bolognese das Beste sind, haben hald gefehlt. Vielleicht bekommt man das noch besser hin, wenn man den Tofu nicht so pulverisiert wie ich, sondern nur grob zerstochert. Aber insgesamt wars doch sehr lecker und absolut wiederholenswert. Eine nette Alternative, wenn mal wieder das Gewissen etwas zwickt;)

H.s Teller vegane Bolognese mit Parmesan. Ich hab mir aus Pinienkernen, Hefeflocken und Salz eine vegane Parmesanvariante zusammengemahlen. Voll fad im Gegensatz zum Original, aber mir schmeckt der echte Parmesan nicht;) 


Tofu-Bolognese   
(2 Portionen)

200g Tofu, natur
1 Zwiebel
1 Zehe Knoblauch
4 EL Tomatenmark
75ml Rotwein, trocken
200ml Tomaten, passiert
2 TL Agavendicksaft
1 TL Oregano, getrocknet
2 TL Basilikum, getrocknet
Salz, Pfeffer
250g Spaghetti

Tofu mit einer Gabel zerbröseln. Zwiebeln und Knoblauch schälen und fein hacken. Reichlich Olivenöl in einem Topf erhitzen und Tofu darin ca. 5 min unter häufigem Rühren anbraten. Zwiebeln zugeben und 2 min braten, danach Knoblauch zugeben und weitere 2 min braten. Tomatenmark hinzufügen und 2 min unter Rühren anschwitzen. Mit Rotwein ablöschen und 4 min einkochen lassen. Spaghetti nach Packungsanweisung ein reichlich Salzwasser al dente kochen. Inzwischen passierte Tomaten, Agavendicksaft, Oregano und Basilikum zufügen. 3 min köcheln lassen, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Spaghetti in einem Sieb abtropfen lassen, mit Bolognese auf Teller verteilen.


Wie wir das letzte Mal zum Brunchen bei H.s Mama eingeladen waren gabs eine so abartig gute selbstgemachte Erdbeermarmelade. Ich hab fast nur die gefuttert, auf allem was als Marmeladenträger hergenommen werden kann, so saulecker war die. Eine kaltgerührte Erdbeermarmelade, oooomnomnom. Die schmeckt wie frisch pürierte gezuckerte Erdbeerpampe mit etwas Zitronensaft, so wie man sie fürs Erdbeertiramisu kennt, aber geliert wie normale Marmelade. Und weil die nicht so lange hält hab ich sogar noch ein Glaserl abgestaubt:) Leider hab ich das innerhalb von drei Tagen ausgefuttert und deswegen hab ich mir die jetzt selber nachgemacht. Geht echt easypeasy, nur Früchte mit einem speziellen Gelierzucker (Gelierzauber) 45 sec pürieren und schon ist die supidupileckere Erdbeermarmelade fertig.

Mein Frühstück für die nächsten zwei Wochen, länger hält sich die Marmelade leider nicht buhu!

Ich muss aber unbedingt noch die andere Spezialzuckervariante von Südzucker (Fix und Fruchtig) ausprobieren. Davon braucht man etwas weniger Zucker, hält statt zwei wenigstens acht Wochen und die ist bei uns hier viel einfacher zu bekommen als der Gelierzauber. Ist hald die Frage obs dann auch so lecker ist...
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